Allgemeines

Seniorbotschafter*in:
Sonja Ausserer-Stockhamer
Corinna Huber
Rafael Steffan

Berufsschule Wels 3 – „Eine Botschafterin Europas für Lehrlinge “

Ganz dem europäischen Gedanken hat sich die Berufsschule 3 für kaufmännische Berufe in Wels verschrieben. Einerseits durch verschiedene Erasmus+ - Projekte, andererseits durch eine intensive Befassung mit EU-Themen in Form von Unterrichtsprojekten aufgrund der Bewerbung als EUBotschafter-Schule.

Am 28. Nov. 2022 war es so weit. Im Rahmen eines Festaktes im Haus der Europäischen Union in Wien, wurde der Berufsschule Wels 3 - als bisher einziger Berufsschule in Oberösterreich - das Zertifikat „Botschafterschule der Europäischen Union“ verliehen. Spezielle Fächerübergreifende Schwerpunkte zum Thema EU wurden von Schüler:innen und Lehrer:innen im vergangenen Schuljahr gemeinsam umgesetzt. Unter anderem stellte sich der ehem. EU-Abgeordneten Prof. Dr. Josef Weidenholzer rund um den Europatag der Diskussion mit den Schüler:innen. Mit Fragen zu den Themen Green Deal, Aufgaben der EMA/ECDC, Solidarität in der EU etc. beschäftigten sich die frisch gebackenen Botschafter:innen in Workshops und im Rahmen von Projektarbeiten. Eine mehrtägige Exkursion nach Brüssel der 3. Großhandelsklasse im März 2023 wird den vorläufigen Höhepunkt des Aktivitäten-Reigens bilden.

Das Gemeinsame vor das Trennende stellen, in der großen Frage der Klimakrise an einem Strang zu ziehen, das Friedensprojekt EU im Sinne der Gründer:innen weiterführen, ein starke Stimme für Demokratie und Menschenrechte in der Welt zu sein, den großen Wirtschaftsmächten auf Augenhöhe begegnen – das gemeinsame Europa hat für die Absolvent:innen der BS Wels 3 an Bedeutung gewonnen, ist für sie greifbarer, verständlicher geworden und so noch ein Stück näher an Wels herangerückt.

Wie solidarisch ist die EU, Herr Professor Weidenholzer?

Unter diesem Motto durften rund 90 Schüler*innen der Berufsschule Wels 3 (Botschafterschule des europäischen Parlaments) den ehemaligen EU-Abgeordneten, emeritierten Universitätsprofessor und Zeit seines Lebens engagierten Sozialpolitiker, Mag. Dr. Josef Weidenholzer, begrüßen. Die Veranstaltung fand anlässlich des Europatages im Foyer der Schule statt. Im Vorfeld dieses Besuches bereiteten sich die Schüler*innen der 3. Klassen der Einzelhändler*innen des REWE-Konzerns, die pharmazeutisch-kaufmännischen Assistent*innen sowie die 2. Klasse der Großhändler*innen intensiv auf das Thema Europa vor. Sie setzten sich sowohl mit der politischen als auch der wirtschaftlichen Dimension der EU auseinander und näherten sich so tagesaktuell diesem durchaus abstrakten Thema.

Prof. Weidenholzer gab in seinem Referat einen pointierten Einblick in den Alltag eines EU-Abgeordneten. Er nahm lebendig Stellung zum Spannungsfeld zwischen EU-Parlament,  Kommission, europäischem Rat und den Zurufen aus der Heimat. Die gemeinsame Idee der EU als Friedensprojekt unterliege nach wie vor einem Entwicklungsprozess. Einen „Masterplan“ wie diese Gemeinschaft zu agieren habe, hätte es bei der Gründung keineswegs gegeben, so Weidenholzer. Die EU sei das, was wir daraus machten. Als Wähler*in sei man keineswegs machtlos. Viele Initiativen des EU-Parlaments, wie die Reform von EUROPOL , an der er federführend mitgearbeitet habe, hätten massive Verbesserungen in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität gebracht. Solidarität  und Demokratie seien, von einigen Ausnahmen abgesehen, groß geschrieben in Brüssel.

In der anschließenden Diskussion standen Fragen der Schüler*innen zum Green Deal, dem Verhältnis USA-EU, der Solidarität mit der Ukraine, der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern sowie Inflationsbekämpfung im Mittelpunkt. Anhand einer (nicht ganz ernst gemeinten) Frage nach der EU-Vorschrift des „Bräunungsgrades von Pommes frites“ erklärte Prof. Weidenholzer das EU-Bashing mancher nationalen Regierungen. Diese würden die Vorgaben aus Brüssel oftmals viel zu kompliziert umsetzen. Im Schlusswort erinnerte Prof. Weidenholzer noch augenzwinkernd daran, dass die weltpolitischen Problemfiguren ausschließlich männlich seien und daher eine von Frauen regierte Welt möglicherweise eine bessere sei.

Äußerst professionell moderierte wurde die Veranstaltung von der Schulsprecherin des 4. Lehrgangs, Heike Höbarth, die eingangs den Referenten genauer vorstellte und die Fragerunde leitete.

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung von Schüler*innen für Schüler*innen mit einem Referenten, dem man die Freude am Austausch mit jungen Menschen anmerkte.

Berufsschule Wels 3 goes Europe

Bereits zum zweiten Mal gestaltete eine 3. Klasse Beiträge zum Thema „Europäische Union“ im Zuge der Zertifizierung als Botschafterschule der EU. Diesmal war die 3bPKA an der Reihe. In den Fächern „Politische Bildung“ und „Deutsch und Kommunikation“ setzten sich die angehenden pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentinnen mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament sowie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und der Europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) auseinander. Neben der gemeinsamen Erarbeitung der jeweiligen Themen in Form von Referaten und der Präsentation dieser als „Presskonferenzen“, schlüpften die Schülerinnen auch in die Rolle von Journalistinnen. Als solche verfassten sie Zeitungsberichte über die jeweilige „Pressekonferenz“. Die Schülerinnen waren mit großem Eifer bei de Sache und zeigten sowohl bei den Referaten als auch bei den Zeitungsberichten hervorragende Leistungen. Am Ende des fächerübergreifenden Projektes gestalteten die EU-Juniorbotschafterinnen einen Infopoint zum Thema EU. Die selbst gestalteten Plakaten bildeten den Rahmen für die große EU-Flagge. Am Infopoint können sich künftig alle Schüler*innen der BS3 über viele Belange der Europäischen Union informieren. Umfangreiches Informationsmaterial liegt dort auf und kann für den Unterricht oder einfach zum Schmökern verwendet werden. Die Präsentationen sowie eine Auswahl der Zeitungsberichte ist demnächst am elektronischen EU-Infopoint zu finden.

Artikel Europäische Arzneimittelagentur
Artikel Europäisches Parlament

Auch die Lehrer der BS Wels 3 erkunden die EU!

 Auf nach Brüssel!